Heinrich Melchior Mühlenberg - Gesichter der Reformation

Konfessionelle Toleranz in der Oberlausitz

Heinrich Melchior Mühlenberg

Heinrich Melchior Mühlenberg (1711–1787) war der von den Franckeschen Stiftungen zu Halle entsandte geistliche Betreuer deutschsprachiger lutherischer Gruppen, die nach Nordamerika ausgewandert waren. Galt doch Nordamerika nicht nur als Land der unbegrenzten Möglichkeiten, sondern im Gegensatz zum Europa des 18. Jahrhunderts auch als Land der freien Religionsausübung, als Land konfessioneller Toleranz. Von daher lag es auch für konfessionell bedrängte Gruppen in der Oberlausitz nahe, nach Nordamerika auszuwandern. „Die Wahrheit machet uns zu lauter Emigranten ...“, so ist es als Klage eines Salzburger Exulanten zu lesen. Nicht nur Salzburger, sondern auch Böhmen, Mähren und Schwenckfelder finden ihren Weg in die Oberlausitz. Sie wurde zu einer einzigartigen Zufluchtsregion für evangelische Gläubige aus den Habsburger Landen. Wer waren diese Emigranten, und welche Ziele verfolgten sie? Und wie tolerant waren sie selbst? Wie standen die Obrigkeit und die Bevölkerung zu den Emigranten? Gab es Grenzen für diese Toleranz und wenn ja, wo war die „Schmerzgrenze“? Die Ausstellung zu Heinrich Melchior Mühlenberg bildet in Verbindung mit der Studientagung „Konfessionelle Toleranz in der Oberlausitz“ 2013 den Auftakt im Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien.

Projektpartner: Kirchliche Stiftung Evangelisches Schlesien, Sächsisches Migrationszentrum Reichenbach/O.L. und Verein Schwenckfeldhaus Berthelsdorf

Kirchliche Stiftung Evangelisches Schlesien