Jacob Böhme - Gesichter der Reformation

Schuhmacher – Mensch – Philosoph

Jacob Böhme

Jacob Böhmes Geburtsjahr fällt noch ins Reformationsjahrhundert. Die Oberlausitz war zu dieser Zeit ein Sammelbecken und Zufluchtsort für Vertreter der unterschiedlichsten spirituellen Strömungen. Die besondere konfessionelle und politische Situation um 1600 in der Oberlausitz und den angrenzenden Territorien Schlesien, Böhmen und Sachsen bildet den Nährboden für das Werk des Görlitzer Mystikers. Als einfacher Schuhmacher und kirchentreuer Lutheraner entfaltete Böhme beginnend im Jahr 1612 mit der Schrift „Morgenröthe im Aufgang/Aurora“ und ab 1618 bis 1624 eine erstaunliche philosophische Aktivität. Seine Gedanken kreisten maßgeblich um die pantheistische Gleichsetzung von Natur und Gott. Mit diesen Ideen setzte er sich in Widerspruch zur offiziellen Glaubenslehre der evangelischen Amtskirche. Die Ausstellung wendet sich durch eine sorgfältig getroffenen Auswahl vorhandener originaler Exponate, vor allem Gemälde, Kupferstiche, Manuskripte, Druckveröffentlichungen sowie Archivalien dem Schaffen Böhmes zu. Im Mittelpunkt steht die Übersetzung seines Werks in zeitgemäße Sprache, dessen sinnliche Erfahrung und museumspädagogische Vermittlung. Am Ende der Ausstellung steht die Rezeption seines Schaffens in der bildenden Kunst und der Literatur.

Projektpartner: Kulturhistorisches Museum Görlitz

Görlitzer Sammlungen für Geschichte und Kultur