Karl Benjamin Preusker - Gesichter der Reformation

Reformation und Politik – Die Ereignisse der Reformationszeit und deren Folgen bis zur Gegenwart aus der Perspektive der Konventstadt Löbau

Karl Benjamin Preusker

Löbau ist die Geburtsstadt Karl Benjamin Preuskers (1786–1871), der zu den Wegbereitern des öffentlichen Bibliothekswesens zählt. Seine von ihm 1828 in Großenhain gegründete Schulbibliothek wurde nur fünf Jahre später zur ersten öffentlichen Einrichtung ihrer Art in Deutschland. Wenngleich er sein Wirken vor allem in Großenhain entfaltete, blieb er doch seiner Vaterstadt eng verbunden. So regte er als Kenner ihrer reichen Geschichte die Gründung eines Stadtmuseums an. In der Tat kann Löbau auf eine bewegte Historie zurückblicken. Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts trafen sich hier die Vertreter des Oberlausitzer Sechsstädtebundes zu ihren Beratungen. Der Bund entwickelte sich jedoch bald neben dem Adel zur zweiten Kraft im Markgraftum Oberlausitz und bestimmte zunehmend die politische und wirtschaftliche Entwicklung der Region. Geschützt durch königliche Privilegien, erlangten die Städte eine große Selbständigkeit – auch in Fragen der Konfession. So setzten die Bürger und nicht der Landesherr die Reformation in Gang. Noch heute machen zahlreiche Zeugnisse diesen einstigen Bürgerstolz der alten Konventstadt Löbau erfahrbar. Dazu gehört ohne Zweifel auch die frühneuzeitliche Notensammlung der Löbauer Ratsbibliothek, die in einmaliger Weise die mehr als 450-jährige kirchenmusikalische Tradition der Stadt dokumentiert. Das Projekt will diese wertvollen Überlieferungen wieder mehr ins Blickfeld der Öffentlichkeit rücken und zur Beschäftigung mit ihnen anregen.

Projektpartner: Große Kreisstadt Löbau, Ev.-Luth. St.-Nikolai-Kirchgemeinde Löbau

Große Kreisstadt Löbau Ev.-Luth. St.-Nikolai-Kirchgemeinde Löbau