Katharina Staritz - Gesichter der Reformation
Katharina Staritz (1903–1953) im Jahr 1925. Fotograf: unbekannt. Repro: Evangelisches Zentralarchiv Berlin. Genehmigung: Konvent evangelischer Theologinnen in der Bundesrepublik Deutschland e.V.

Heimat Kirche? – Kaum zu glauben!

Katharina Staritz

Die Theologin Katharina Staritz (1903–1953) betreute in ihrer Heimatstadt Breslau als Vikarin Kinder, Kircheneintrittswillige und dann vor allem Christen jüdischer Herkunft. Sie versuchte, so lange das möglich war, bei der Auswanderung zu helfen und leistete Beistand als Seelsorgerin. Die Gestapo bespitzelte sie. Im September 1941 wurde der Gelbe Stern als Zwangskennzeichnung für Juden eingeführt. Staritz schrieb damals an alle Breslauer Pfarrer, es sei die Pflicht der Gemeinden, „rassisch verfolgte Christen nicht etwa wegen der Kennzeichnung vom Gottesdienst auszuschliessen.“ Diese hätten „das gleiche Heimatrecht in der Kirche wie die anderen Gemeindeglieder.“ Die Kirchenleitung schickte Staritz in Zwangsurlaub. 1942 wurde sie verhaftet, schließlich über ein Jahr im KZ Ravensbrück eingesperrt. Vor der Front in den Westen geflohen, musste sie noch bis zu ihrem 47. Lebensjahr auf die Anstellung als Pfarrerin warten. Die zweisprachige Ausstellung „HeimatKirche? – kaum zu glauben!“ entstand aus Recherchen deutscher und polnischer Jugendlicher. Sie suchten Spuren evangelischen Lebens im heute polnischen und überwiegend katholischen Niederschlesien. Sie sammelten Dokumente, interviewten Zeitzeugen und erkundeten Kirchen, Friedhöfe und Ruinen. Eine Gruppe aus Görlitz reiste im Dezember 2012 nach Breslau. Sie spürte der Arbeit von Katharina Staritz nach, lernte die heutige kleine evangelische Gemeinde und das Zusammenleben von Protestanten, Katholiken, Orthodoxen und Juden im „Viertel der gegenseitigen Achtung“ kennen.

Projektpartner: Kirchliche Stiftung Evangelisches Schlesien und Kulturreferent für Schlesien am Schlesischen Museum zu Görlitz

Kirchliche Stiftung Evangelisches Schlesien Kirchliche Stiftung Evangelisches Schlesien und Kulturreferent für Schlesien am Schlesischen Museum zu Görlitz