Michael Weiße - Gesichter der Reformation

Kirchenlied und Reformation im Grenzraum Oberlausitz, Niederschlesien, Böhmen

Michael Weiße

Das Thema „Kirchenlied und Reformation“ bietet sich in den singefreudigen Gemeinden der Oberlausitz, Niederschlesiens und Böhmens von selbst an und regt zu gegenseitiger Befruchtung der verschiedenen musikalischen und hymnologischen Traditionen an. Die Reformation konnte als „Singebewegung“ bezeichnet werden, da Martin Luther den Kirchengesang in den Gottesdienst einführte und damit auf ein großes Interesse im Volk stieß. Das Lied wurde als neues verbindendes Medium innerhalb der Kirche entdeckt. Eine Tagung in Herrnhut wird das reiche Kirchenliedschaffen in der Oberlausitz, Niederschlesien und Böhmen mit Demonstrationsmaterial vorstellen. Im praktischen Teil werden Lieder der Reformation mit einem Organisten eingeübt. Das Projekt ist nach Michael Weiße (um 1488–1534) benannt. Ehemals Franziskanermönch in Breslau, trat er 1522 zur böhmischen Brüderunität über. 1531 veröffentlichte er unter dem Titel „Ein New Gesengbuchlein“ das erste deutschsprachige Gesangbuch der Böhmischen Brüder. Das Werk hatte großen Einfluss auf die nachfolgende Lieddichtung. Ziel des Projekts ist es, die Kenntnisse der Reformationsgeschichte und musikalischen Traditionen im Grenzgebiet Oberlausitz, Niederschlesien, Böhmen zu vertiefen und durch Musik die konfessions- und sprachübergreifenden Gemeinsamkeiten zu betonen.

Projektpartner: Akademie Herrnhut

Akademie Herrnhut